германский военно-морской флаг

Kriegstagebuch des Marinegruppenkommandos Süd 11.10.1941

германский военно-морской флаг
Datum und Uhrzeit Angabe des Ortes, Wind, Wetter, Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit der Luft, Mondschein usw. Vorkommnisse
     
  Sofia,  
  den 11. Oktober 1941.      Lagemeldung vom 11.10.41. 18.00 Uhr:
    A.Ägäis:
          Zu  a) Dardanellenüberwachung, Minensuchen, Ujagd im Seegebiet Saloniki, Lemnos, Volos, Golf von Athen planmässig, keine Vorkommnisse.
          zu  b) 10.10. 14.57 Uhr Uboot 5 sm nördlich von Iraklion gesichtet.
          zu  c) TD “Prodromos“, Dampfer “Elli“,“Trapani“, “Catharina Madre“ 11.10. 06.00 Uhr mit 4 T-Booten Piräus nach Saloniki ausgelaufen.
          zu  d) Dampfer “Virginia“, “Livenza“ und “Lauretta“ mit T-Booten “Lupo“ und “Sella“ und einem S-Boot 12.10. 06.00 Uhr auslaufen Kavaliani-Sperre nach Piräus.
    B.Rumänien:
    Lage liegt noch nicht vor. Wird nachgemeldet.
                 Mar.Gruppe Süd op 4502/41 gKdos.
    Nachtrag zur Lagemeldung vom 11.10. 41.:
          zu  a)     1) Minenaufgaben planmässig vor bulg. Küste. Bei Wrack “Carol“ drei russische Minen geschnitten und Stelle durch eigene Minen verseucht. Mit treibenden Minen ist zu rechnen. “Th.Wallner“ und 4. Fr.Boote Erkundung im Gebiet von Bugaz. Kleine Kontakminen unmittelbar Bugaz Ansteuerungstonne. “Bechelaren“ sicherung Eisernes Tor planmässig.
                        2) Ergebnis Luftaufklärung Schwarzes Meer:
    Kertschhafen: 1 M-Boot, 1 Frachter 5000 ts, 3 Tanker etwa 7000 to, 3 Frachter, 8000,ts, 3,5 km nordost des Hafens an Anlegestelle 2 Schwimmdocks. Im Vorhafen: 1 leichter Kreuzer imSchlepp ( aus Mariopol) mit 3 T-Boote.Reger Schiffsverkehr über die Strasse von Kertsch.
Odessa Hafen: 5 Frachter etwa 7000 ts, 1 Schwimmdock, Schiffssperre.
Feodosiahafen: 8 kleine Frachter etwa 8000 ts.
Ak Metschethafen: 5 kl. Frachter 2500 ts.
Qu. 2673 mittl. Handelsschiff 2 – 8000 to mit Minensuchboot südöstlichen Kurs mittl. Fahrt 11 – 17 sm. Qu. 2523 mittl. Handelsschiff 2 – 8000 ts mit Wachboot nordöstlicher Kurs.
Qu. 0760 3 Wachboote, Qu. 2659 Handelsschiff mit Vorpostenboot, geringe Fahrt.Qu. 1759 1 Vorpostenboot gestoppt,Qu. 17560 Geleitzug, 2 mittl. ein kleiner Frachter, 1 S-Boot mittl. Fahrt Kurs Odessa. Qu. 1786 kleines Handelsschiff mit Wachboot Kurs Südost geringe Fahrt.
          zu  d)     1) 12.10. Räumversuch Bugaz bei Wetterbesserung.
                        2) Verlegung Sicherungsstreitkräfte von Burgas Nach Varna. “Dazia“ bleibt Burgas zur Minenübernahme.
                        3) Stichfahrt durch Siebelfähren aus Sulina.
          zu  e)     1) S-Boot 1 und 3 K.B.
                        2) “Brunhild“ Oceacovmündung, Sperrbrecher 191, “Alberich“ FR 2 und 4 Galatz, “Krimhild“ und “Uta“ Linz,“Sokrates“ Turnu Severin.
                        3) Hako 8 auf Marsch nach Skadowsk.
          zu  f) FR 12 Bugaz gesunken. Ass. Arzt, Gruppen maschinist, 4 Mann verwundet. Hilfsschiff “Carol“ 21 Mann (Rumänen) vermisst.
                 Marine Gruppe Süd op 4503/41 gKdos.
         Durch das Schneiden 3 er russischer Minen beim Wrack “Regele Carol“ ist die Ursache des Untergangs des Schiffes einwandfrei geklärt. Nach der ganzen Lage kann es sich auch nur um russische Minen gehandelt haben. Soweit sich das bisher feststellen lässt, ist durch den Untergang des “Regele Carol“ mit eigenen 150 Minen an Bord,die sich z.T. von den Ankerstühlen gelöst haben und als Oberflächenständer ausser den russischen Minen das Fahrwasser verseuchen, eine sehr unangenehme Situation unmittelbar vor der Hafeneinfahrt entstanden. Wenn, wie anzunehmen, ein Teil der Minen scharf ist, sehe ich keine Möglichkeit einer völligen Räumung dieser Minenhäufung. Da ich über keine geeigneten Spezialisten zur Beurteilung dieser Lage verfüge, werde ich einem Spezialisten anfordern müssen. Die Hebung des “Regele Carol“ dürfte bei dieser Lage engültig ausgeschlossen sein.
         Der Verlust von FR 12 vor Bugaz, ebenso wie der frühere Verlust der beiden anderen FR-Boote der Donauflottille beweist, wie rege die Russen auch jetzt noch im Minenkrieg sind und daß sie jedenfalls ihren Mineneinsatz nach wohl überlegten taktischen Gesichtspunkten führen, wie z.B. auch in diesem Fall, wo die gefundenen kleinen Kontaktminen zweifellos gegen unsere kleinen Räumfahrzeuge gedacht sind. Durch die geringen Aufklärungskräfte und das Fehlen jeglicher nächtlichen Vorpostentätigkeit lässt es sich nicht feststellen, welche Art der Minenträger die Russen hierfür einsetzen. Sehr oft werden es Uboote sein. Bei den kleinen Minen vor der Donaumündung und vor Bugaz halte ich aber auch den Einsatz von leichten Streitkräften, z.B. T-Booten oder S-Booten,vielleicht sogar von Fischerfahrzeugen für möglich.
         Von Skl. geht eine Stellungnehme auf meinen Vorschlag ein, die hiesige deutsche Marine-Stelle (Marine-Verbindungsstab Bulgarien) stärker in die bulgarische Organisation einzubauen. Die Skl. behält sich ihre Stellungnahme vor, bis genauere Vorschläge von hier vorliegen, wie der Einbau gedacht ist, da der ganzen Frage eine politische Bedeutung beigemessen wird und die Neutralität Bulgariens nicht gefährdet werden soll. Die Neuorganisation war von mir auch nicht so gedacht, daß sie nach aussen hin in Erscheinung treten sollte, schon um die Empfindlichkeit der Bulgarien zu schonen. Mir kommt es nur darauf an, zwischen dem bulgarischen Kriegsministerium und mir festzulegen, daß die deutsche Wartung sich auch tatsächlich auswirkt, und sich nicht nur auf taktischen Einsatz, sondern auch auf die sehr notwendige Ausbildung erstreckt. Den Gedanken, den bisherigen Chef des Marine-Verbindungstabes Varna auch nach aus en hin als bulgarischen Chef des Stabes der Flotte einzusetzen, habe ich nach näherer Prüfung sofort aus obigen Gründen fallen lassen. Soweit ich bis jetzt habe vorfühlen lassen, werden die Bulgaren einem dementsprechenden Vorschlag von mir keinerlei Schwierigkeiten machen, im Gegenteil darauf hinweisen, daß sie sich bisher nach den deutschen Wünschen gerichtet hätten. Ich lege aber Wert darauf, daß die Durchführung der von mir bzw. dem Verbindungsstab Bulgarien gegebenen Anregungen auch einer gewissen Kontrolle und Nachprüfung unterliegen, da gerade auf diesem Gebiet Unterlassungen vorgekommen sind. Ich habe auch aus diesem Grunde von einem stärkeren Einbau und dem richtigen Aufziehen einer Art Lehrkommando abgeschen, da mir der geeignete und vorgebildete Offizier hierzu einfach fehlt. Auch der jetzige Verbindungsoffizier ist nicht ohne weiteres in der Lage, den Bulgaren auf den wichtigsten Gebieten, nämlich dem Geleitdienst und dem Minensuchen und -Räumen und den Aufklärungsaufgaben als Lehrmeister mit praktischer Erfahrung zu dienen. Dies schwächt meine Stellung schon von vorneherein, sodaß ich mich mit weniger als urspünglich geplant begnügen muss.
         Über die Frage der Dringlichkeit der “Lola“-Transporte ist trotz aller Bemühungen kein klares Bild zu bekommen. Ich stehe auf demStandpunkt, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen ein derartiger Einsatz nur zu vertreten ist, wenn er wirklich für die Fortführung des Operation, entscheidend ist, in erster Linie deshalb, weil auch bei Erfüllung der seinerzeit festgelegten Voraussetzungen durch die ungeklärte Minenlage die Erfolgsaussichten immer nur 50 % betragen. Heer und Luftwaffe können sich also keinesfalls mit Sicherheit auf die Ankunft dieser Schiffe verlassen und vor allen Dingen nicht bei ihrer Operationsführung mit dem Eintreffen der Schiffe rechnen. Bei der Unkenntnis in allen Marinefragen sind aber die Stäbe des Heeres sehr leicht geneigt, alle Nachschubtransporte über See wie Eisenbahntransporte anzusehen und die entsprechenden Hinweise der Marine, daß es sich hier umTransporte im Operationsgebiet handelte, als eine gewisse Überängstlichkeit hinzustellen. Es ist bezeichnend daß auf meine entsprechen en Anfragen und Hinweise von der Luftflotte 4 die Antwort gekommen ist, daß der Nachschub dringend notwendig ist, daß der Q.Qu. Rumänien die gleiche Auffassung vertreten hat, daß das A.O.K. 11 heute mitteilt, der Nachschub wäre nicht so dringend, um das erwähnte Risiko einzugehen und daß ebenfalls heute von General der Flieger Zander mitgeteilt wird, der Nachschub wäre dringend, die Luftwaffe könne aber an dem jetzt festgelegten Zeitpunkt ( 14.10.) wegen anderweitiger Aufgaben keine Sicherungsverbände stellen, dies sei voraussichtlich erst am 18. möglich. Aus diesem Fernschreiben konnte man auch wieder schliessen, daß der Nachschub immerhin nicht so dringend ist, wenn die Luftwaffe vorher noch andere Aufgaben durchführen will. und aus diesem Grunde den günstigsten und schnellsten Termin am 14.10. aufschiebt. Wie schon sehr oft, hate ich auch bei diesen Anforderungen den Eindruck, daß abgesehen von der Luftwaffe, die an ihrer Forderung des schnellen Nachschubs zwar festgehalten hat, aber den Ziehafen bereits öfters geändert hat, daß vor allen Dingen die Quartiermeisterstäbe dazu neigen, bei irgendweichen auch vorübergehenden Schwierigkeiten des Landtransportes ganz kurzfristig und plötzlich eine Nachschubforderung als dringend und entscheidend hinzustellen. Die Unkenntnis über die Seelage spielt dabei sicher insofern eine Rolle, als sie aus einer gewissen Unbeschwertheit heraus ihre Forderungen stellen.
     
подпись командующего военно-морской группой «Юг» адмирала Шустера (Admiral Schuster)

Использованные источники

[1] Kriegstagebuch des Marine Gruppenkommandos Süd für die Zeit vom 1.10.-15.10.41. (предоставлено Морозовым М. Э.).

Дата последнего изменения: 28.02.2018.

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