германский военно-морской флаг

Kriegstagebuch des Marineverbindungsstabes Bulgarien (20.09.1941 – 04.10.1941)

германский военно-морской флаг
Datum und Uhrzeit Angabe des Ortes, Wind, Wetter, Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit der Luft, Mondschein usw. Vorkommnisse
            20.9.1941 Dampfer “Balkan“ mit den Geleitfahrzeugen läuft nach Burgas ein. Die vorläufige Nachprüfung der Ursachen für das Auflaufen D. “Rodina“ auf die eigene Sperre ergibt folgendes:
Mit dem bulgarischen Flottenkommando wurden die Eintragungen der Minensperren auf Grund der Mar.Gruko.Süd mitgebrachten Pause noch einmal verglichen und hierbei festgestellt, daß zwischen der deutschen D.A.-Karte Nr.1103 und der englischen Karte Nr.2230 nicht erhebliche Differenzen bestehen. Bei der Übertragung der Kurse von der deutschen in die englische Karte ist vom bulgarischen Flottenkommando der in der englischen Karte stehende Vermerk, der auf den Unterschied von rund 2,5 sm hinweist, übersehen worden. Trotzdem führte der deutsche Kurs noch 2,4 sm, der englische Kurs 1,4 sm von der Südspitze des Sperrfeldes vorbei. Die Kurslinie für die angegebene Untergangsstelle führt noch 0,7 sm frei. Es sind also zunächst als Ursachen die nicht berücksichtigte Kartendifferenz und ungenaue Navigation festgestellt. Hinzu kommt nach Ansicht des bulgarischen Flottenkommandos noch folgender weiterer Umstand:
Die alten bulgarischen Torpedoboote haben schlechte und wenig zuverlässige Kompasse. Infolgedessen haben sie den Dampfern, die bessere Kompasse haben, die Navigation überlassen uns sich lediglich auf die Begleitung und gelegentliches Zichzackfahren in der Nähe der Dampfer beschränkt. Vermutlich hat Dampfer “Balkan“, das Spitzenschiff, selbständig und zu früh auf den Unglückskurs gedreht. Letzteres wird z.Z. von dem Freg.Kapt. Wlaseff auf Grund der beschlagnahmten Seekarten, Log- und Maschinentagebücher nachgeprüft.
     Die schon wiederholt vorgeschlagene einheitliche Ausrüstung aller Dampfer und der bulgarischen Marine mit deutschen Seekarten ist noch nicht durchgeführt, weil die bestellten Karten noch nicht angeliefert waren.
     Von Varna waren Luftbilder gemacht worden, um festzustellen, welche Objekte besser getarnt werden müssen. Bei der Luftwaffenmission wird der Luftbautrupp angefordert, um bei verschiedenen Objekten die erforderlichen Tarnanstriche und sonstigen Arbeiten durchzuführen.
     
подпись Веземанна (Wesemann)
            21.9.1941 Ital. Tanker “Tampico“ und “Superga“ in Begleitung der rumänischen Torpedoboote “Naluca“, “Sborul“, “Smeul“ und der beiden Kanonenboote “Giculescu“ und “Dumitrescu“ von Konstantza kommend in Varna eingelaufen.
            22.9.1941 0600 Uhr Dampfer “Rudnitschar“ allein aus Varna ausgelaufen. 0900 Uhr folgt das rumänische Torpedoboot “Naluca“.
     Vor Varna werden das 3., 4. und 5. Sperrstück der großen Minensperre geworfen.
     Marine-Lehrverband Bulgarien mit 4 Booten in Varna eingelaufen.
     
подпись Веземанна (Wesemann)
            23.9.1941 M.S. “Rila“ 0530 Uhr im Geleit von rumänischen T-Booten “Sborul“ und “Smeul“ sowie Kanonenbooten “Dimitrescu“ und “Titulescu“ nach Konstantza ausgelaufen.
     Marine-Lehrverband Bulgarien 1000 Uhr mit 4 Booten aus Varna ausgelaufen nach Burgas und dort um 1800 eingelaufen. 1 Boot ist zur Motorreparatur in Varna geblieben.
     Bei der Untergangsstelle des Dampfers “Shipka“ sind weitere 10 Minen von alten bulgarischen R-Booten geräumt worden, damit bisher insgesamt 13. Die Minen lagen quer zur Küste bis etwa 500 m vom Strand. 9 Minen kamen nach dem Schneiden hoch und gingen dann sofort unter. Die 10. Mine, die nicht untergegangen war, ist vertrieben und wird noch gesucht. Entsprechende Minenwarnmeldung wurde gemacht.
     
подпись Веземанна (Wesemann)
            24.9.1941 Der Werftbeauftragte bei der Marinemission Rumänien, Konteradmiral Claussen, ist zur Besichtigung der 3 Werftbetriebe in Varna. Auf der Staatswerft wird in seiner Anwesenheit der 3. Fährprahm glatt vom Stapel gelassen.
     Die gemeldete treibende Mine ist gefunden und durch M.G.-Feuer versenkt. Sie liegt etwa 150 m vom Strand Schloß Euksinograd.
     
подпись Веземанна (Wesemann)
            25.9.1941 Die Posten im Marineverpflegunngslager Galata sind im Laufe der letzten Nacht mit längeren Pausen 3 x aus dem Dunkel beschossen worden. Bei dem Versuch von 4 bis 5 Gestalten, die Mauer zu überklettern, ist wahrscheinlich eine angeschossen. Sie fiel beim Schub von der Mauer nach außen, Aufschlag wurde gehört. Insgesamt wurden von den Posten etwa 50, von den Zivilisten 20 bis 30 Schüsse abgegeben.
     0600 Uhr läuft Dampfer “Balkan“ mit Geleit hinter dem mit Gerät vorausfahrenden Marine-Lehrverband aus. Wegen Seegangs muß Geleitzug bald kehrt machen.
     Der Leiter der Hafenüberwachungsstelle Varna, Kaptlt.Stubenrauch, meldet sich. Die Hüst ist mit 1 Offizier, 1 Feldwebel, 1 Unteroffizier und 17 Mann besetzt.
     Die gemischte Untersuchungskommision für den Fall “Rodina“, bestehend aus 1 Marine-Oberkriegsgerichtsrat, 2 bulgarischen und 1 deutschen Stabsoffizier, tritt zusammen. Außerdem nimmt Freg.Kapt.(W) Jung, der das Auslegen der Sperre mit geleitet hat, an der Untersuchung zur näheren Auskunftserteilung teil.
     
подпись Веземанна (Wesemann)
            26.9.1941 Die bulgarischen Minenleger “Dunav“ und “Zwitschov“ gehen von Burgas nach Varna.
     Wegen starker Abkommandierungen bei der Stüko können die Wachen und Posten im Standort Varna nicht mehr voll besetzt werden. Auf Grund einer Regelung mit den Bulgaren wird erstmalig von diesen eine Wache gestellt, und zwar für das Öllager in Galata, in Stärke von einem Unteroffizier und 18 Mann.
     Bulgarisches T-Boot “Hrabri“ und “Smely“ sowie 2 R-Boote Varna eingelaufen.
     Der 4. Fährprahm (F 124) läuft glatt vom Stapel.
     
подпись Веземанна (Wesemann)
            27.9.1941 Gegen die in der letzten Zeit immer stärker werdenden kommunistischen Umtriebe wird überraschend eine Großaktion durchgeführt. Frühmorgens um 0200 Uhr wird die ganze Stadt Varna durch Truppen der 4. bulgarischen Division und die Polizei völlig abgeriegelt und umstellt. Alle Häuser Lädengeschäfte bleiben geschlossen und kein Zivilist darf auf die Straße. Dann wird systematisch Haus für Haus abgesucht. Als Ergebnis sind etwa 300 Festnahmen sowie die Beschlagnahme von zahlreichem Material (fertige und halbfertige Höllenmaschinen, Sprengstoff, russ. und bulg. Literatur mit Anweisungen für Durchführung von Sabotageakten, Verhalten gegenüber der Polizei usw.) zu verzeichnen. Die Aktion dauerte bis 2300 Uhr.
     1340 Uhr 2 bulgarische S-Boote in Varna eingelaufen. “Rila“ und “Rudnitschar“ von Konstantza kommend in Varna eingelaufen.
     
подпись Веземанна (Wesemann)
            28.9.1941 Abends kommt von Mar.Miss.Rum. Anweisung, an das Geleit “Superga“ als 4. Schiff die “Albaro“ anzuhängen. Da ich wegen der sowieso schon schwachen Sicherung durch nur 1 S-Boot und 3 T-Boote starke Bedenken hatte, wurde die Mitnahme von “Albaro“ abgelehnt.
     
подпись Веземанна (Wesemann)
            29.9.1941 Das Auslaufen des Geleitzuges verzögerte sich um rund 1 Stunde, weil Tanker “Tampico“ seinen unklaren Anker nicht eher einhieven konnte. Derartige Zwischenfälle sind äußerst unerwünscht, weil das Geleit und die Luftsicherung sowie die übrigen Dampfer un und vor der Hafeneinfahrt warten müssen und dadurch Beobachter an Land, insbesondere das rissische Konsulat, vorzeitig auf das Auslaufen der Schiffe aufmerksam werden. Um 0930 Uhr erfolgte noch in Sichtweite auf dem mittleren Schiff des Geleitzuges (“Superga“) eine Detonation. Der Tanker sank mit dem Heck sehr schnell tiefer und schwamm auf dem hochherausragenden Vorschiff. Wassertiefe 21 m. Das Sehrohr des U-Bootes wurde kurze Zeit vor dem Schuß gesichtet. Es stand zwischen Geleitzug und Land auf mitlaufendem Kurse, schor auf 2 - 300 m heran und schoß damm. “Superga“ versuchte noch nach St.B. abzudrehen und gab mehrere kurze Töne.
     1 T-Boot blieb bei dem havarierten Schiff, während die beiden anderen mit der übrigen Sicherung die Fahrt nach Burgas fortsetzten. Auch bei diesem Vorfall machte sich wieder das Fehlen starker Sclepper und die völlig unzureichende personalbesetzung des Marine-Verbindungsstabes sehr störend bemerkbar. Bei sofortiger Hilfeleistung durch einen, oder besser mehrere starke Schlepper unter Leitung eines Seeoffiziers wäre es vielleicht noch möglich gewesen, das Schiff unter die Küste auf flaches Wasser zu schleppen.
     Der Kommandeur des Flakregiments 48 (Flakgruppe Bulgarien), Oberstleutnant Meyer, meldet sich. Er teilt bei dieser Gelegenheit mit, daß die Flakabteilung 186 in den nächsten Tagen nach Konstantza verlegt wird.
     1515 Uhr kommt Meldung aus Sveti Konstantin, daß am Horizont, querab von den Gebäuden der Stüko, ein Kreuzer und 3 Zerstörer in Sicht seien. Flugstützpunkt wird sofort um Entsendung eines Flugzeuges zwecks näherer Feststellung gebeten und Meldung an Gruppe Süd gemacht. Das bulgarische Flugzeug, das mit Armeefliegern besetzt war, bringt keine brauchbare Aufklärungsmeldung, so daß ein weiteres Flugzeug mit dem deutschen Oberleutnant der Luftwaffe Gladigau starten mußte. Dieses konnte von den gemeldeten Fahrzeugen nichts mehr entdecken.
     Die 3. kroatische Marineabteilung in Stärke von 2 Offizieren, 28 Unteroffizieren und 12 Mann trifft in Varna ein.
     Nachts erfolgt fernmündliche Mitteilung aus Sofia:
     Gut aufpassen auf evtl. russische Fliegerangriffe. Flakgruppe und bulgarische Stellen werden entsprechend verständigt.
     
подпись Веземанна (Wesemann)
            30.9.1941 Die angeforderten beiden rumänischen Schlepper laufen in Varna ein und gehen nach Ergänzung der Ausrüstung und erfolgter Unterrichtung mit dem Sonderführer (Leutnant zur See) Wefels von der Seetransportstelle an Bord zum Wrack “Superga“, um mit dem Bergungsversuch zu beginnen. Das Schiff liegt mit dem Heck auf Grund und ist durch die Schlepper nicht mehr von der Stelle zu bewegen. Es soll versucht werden durch Überpumpen von Öl aus Raum IV nach Raum III das Vorschiff tiefer und das Heck etwas höher zu bekommen, um dann die Abschleppversuche fortzusetzen.
     An der Sperre vor Varna werden das Südstück und der Sperrschutz an der Ostseite gelegt.
     
подпись Веземанна (Wesemann)
            1.10.1941 Fortsetzung der Arbeiten an der Sperre vor Varna. Das Wrack “Superga“ ist während der Nacht weiter weggesackt, so daß die Tanks unter Wasser nicht mehr erreichbar sind. Die Abschleppversuche werden als aussichtslos aufgegeben. Der rumänische Schlepper “Brüsterort“ und “Istria“ laufen um 1200 Uhr aus Varna aus nach Konstantza.
     Mit dem anwesenden Luftattaché, Oberst von Schönbeck, und Oberstleutnant Meyer findet eine Besprechung über die Frage des Flugschutzes statt. Bei der jetzigen Lage ist es durchaus möglich, daß russische U-Boote in den Hafen eindringen und dort liegende Schiffe abschießen können. Es wird deshalb gefordert und von der Luftwaffe zugesagt, auf der äußeren Mole Flakgeschütze aufzubauen, um gegebenenfalls feindliche U-Boote bei dem Versuch in den Hafen einzudringen wirksam unter Feuer nehmen zu können.
     Die Arbeiten am Auslegen der Minensperren vor Varna werden den ganzen Tag fortgesetzt.
     Das bulgarische Schnellboot S 3 hat gestern einen Wellenriss erlitten. Boot ist aufgesetzt zum Auswechseln der Welle und fällt voraussichtlich bis 7.10. aus. Da am 2. S-Boot z.Z. noch Motorreparaturen, ist in nächsten Tagen nur 1 S-Boot einsatzbereit.
     
подпись Веземанна (Wesemann)
            2.10.1941 Zum Wrack “Superga“ wurde ein Schlepper geschickt, um Proviant, Inventar usw. von der Brücke und Vorschiffe zu bergen. Dabei wurde auch ein Loch an der Bb-Seite festgestellt. Es ist unwahrscheinlich, daß ein feindliches U-Boot über Nacht versucht haben soll, das noch Schwimmende Vorschiff zu versenken. Anlegen am Wrack und eine Bergung von Inventar war nicht mehr möglich. Es wird nunmehr ein Sachverständiger einer deutschen Bergungsgesellschaft angefordert.
     Das Minenlegen vor varna ist am 2.10. abends beendet.
     
подпись Веземанна (Wesemann)
            3.10.1941 Ein Transport mit U-Minen trifft in Varna ein. Sonst keine besonderen Ereignisse.
     
подпись Веземанна (Wesemann)
            4.10.1941 Keine besonderen Ereignisse.
     
подпись Веземанна (Wesemann)

Использованные источники

[1] Kriegstagebuch des Marineverbindungsstabes Bulgarien 20.09.1941 – 04.10.1941 (предоставлено Морозовым М. Э.).

Дата последнего изменения: 28.02.2018.

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